Lampenfieber mit PEP bearbeiten – der KKT als zentrales Analyseinstrument

Lampenfieber gehört zu den häufigsten Themen in Sprech- und Auftrittssituationen. Es zeigt sich nicht nur als „Nervosität vor Publikum“, sondern oft als komplexes Zusammenspiel aus inneren Bewertungen, körperlicher Anspannung und automatisierten Stressreaktionen.

Die Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie (PEP) nach Michael Bohne geht davon aus, dass genau diese Reaktionen nicht allein über kognitive Einsicht verändert werden, sondern über eine Kombination aus Körperfokus, emotionaler Selbstregulation und gezielter kognitiver Arbeit.

Ein zentrales Werkzeug innerhalb dieses Ansatzes ist der KKT – Kognitions-Kongruenz-Test. Der KKT ist kein Fragebogen im klassischen Sinn, sondern ein strukturiertes Verfahren zur Überprüfung innerer Stimmigkeit von Kognitionen.Im Zentrum steht die Fragen: Welche inneren Bewertungen sind emotional noch wirksam – und welche haben ihre Stressladung verloren?

PEP: Arbeit an der Verbindung von Körper, Emotion und Bewertung

PEP versteht Stressreaktionen nicht als reines „Gedankenproblem“, sondern als erlernte Kopplung zwischen:

  • inneren Bewertungen
  • emotionaler Aktivierung
  • körperlicher Stressreaktion

Gerade beim Lampenfieber wird diese Kopplung deutlich: Die Situation „Auftritt“ aktiviert nicht nur Gedanken, sondern sofort messbare innere Anspannung.

PEP setzt genau hier an: Nicht durch reines Umdenken, sondern durch eine Kombination aus kognitiver Klärung und körperlich-emotionaler Entkopplung.Ein wesentliches Element dabei ist die Arbeit mit belastenden inneren Sätzen und deren emotionaler Ladung.Der KKT wird dabei nicht als einmalige Messung verstanden, sondern als prozessbegleitendes Instrument. Er hilft dabei, innere Konflikte sichtbar zu machen, die einem stabilen Zielzustand im Weg stehen.

Typisch ist dabei eine systematische Arbeit mit inneren Kognitionen, die sowohl selbstwertbezogene, soziale als auch leistungsbezogene Ebenen betreffen können. Entscheidend ist nicht der Inhalt einer einzelnen Aussage, sondern ihre emotionale Wirksamkeit im System der Person.

Die Rolle des KKT im Coachingprozess

Im Prozess wird zunächst ein gewünschter Zustand formuliert, der als Orientierung dient. Von dort aus unterstützt der KKT dabei, die inneren Hindernisse sichtbar zu machen, die diesem Zustand entgegenstehen.

Der Fokus liegt der Fragen wie:

  • welche inneren Bewertungen aktiv sind
  • welche davon emotional noch Stress auslösen
  • und welche unbewussten Konflikte das System stabil halten

Der KKT strukturiert diesen Prozess, indem er systematisch verschiedene Ebenen innerer Kognitionen überprüft und so ein differenziertes Bild der Blockaden ermöglicht.

Neue Spielräume statt Lampenfieber

PEP bietet einen pragmatischen Ansatz für Lampenfieber, der über klassische Gesprächs- oder Reframing-Ansätze hinausgeht. Der KKT fungiert dabei Instrument, das hilft, die inneren Muster sichtbar zu machen und im besten Falle aufzulösen.

Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, innere Bewertungen so zu verändern, dass sie ihre Stresswirkung verlieren – und damit neue Handlungsspielräume im Auftritt entstehen.

 

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